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Robert

(Senior Member)

Hallo
Die Ausgangslage ist aus den Fotos ersichtlich: Die Kacheln sollen mittels Schamotteneinlagen zu einer Wand zusammengeklebt werden. Der Kachellieferant hat empfohlen, einen hydraulisch abbindenden Kleber zu verwenden (ohne mir bisher ein Produkt nennen zu wollen) und keinesfalls einen Mörtel.
Was ich auf dem Markt gefunden habe, ist ein chemisch / keramisch abbindender Kleber. Temperaturbeständigkeit 1200 Grad. Gemäss dessen Verkäufer sollte der die Aufgabe erfüllen. Nun überzegt mich das Produkt nicht:
- lange Abbindzeit von einem Tag und damit langsamer Arbeitsfortschritt
- die Bindekraft ist nicht über alle Zweifel erhaben
Kann ein Formumsteilnehmer aus Erfahrung ein geeignetes Produkt nennen? Allenfalls ist meine E-Mail-Adresse im Profil ersichtlich.
Gruss Robert
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Dateianhang:

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14.07.12, 22:21:43

Mäcki

(Senior Member)

Mahlzeit Robert,

warum soll es denn so ein hoch temperaturbeständiger Kleber sein? An der Kachelwand haben Sie doch höchstens 100°C.

Gruß, Mäcki
15.07.12, 12:08:13

Robert

(Senior Member)

Hallo Mäcki
Danke für die Antwort.
100 Grad scheinen mir doch etwas knapp. Ich schätze, dass die Innenseite der Wand örtlich schon 200 Grad (Strahlung)warm werden kann. Und dann gibt es halt noch die Temperaturwechselfestigkeit. Im weitern stelle ich mir vor, dass der Kleber eine gewisse Elastizität haben sollte d.h. nicht zu spröde / brüchig ist.
Leider habe ich damit immer noch nicht den Namen eines erprobten Produktes!
Gruss Robert
15.07.12, 15:18:26

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 15.07.12, 17:48:42

Wir

verwenden dafür Wolfshöher
Universal HM

Theo Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
15.07.12, 17:47:37

Mäcki

(Senior Member)

Guten Abend Robert,

Zitat:
Ich schätze, dass die Innenseite der Wand örtlich schon 200 Grad (Strahlung)warm werden kann.

Mal nur zum Verständnis damit wir von den gleichen Dingen sprechen: Feurraumwand mind. 6,5 cm, 2. Wand (Dicke?) und dann kommen die Kacheln, verklebt mit der 2. Wand. Sehe ich das so richtig?

Wenn dann die 2. Wand an der Seite zu den Kacheln 200°C hat, dann hat die Kachel außen auch 200°C. Das wäre mir zu heiß.

Gruß, Mäcki
15.07.12, 22:14:53

Robert

(Senior Member)

Guten Abend Mäcki
Die Feuerraumwand ist 8.9 cm dick. Die Kachelwand bildet die 2. Wand und ist 5 bis 5.5cm dick. Die Stegkacheln sind mit Schamotte ausgeschiefert und mit Schamottenzwischenstücken vertikal und horizontal untereinander verklebt. Der Zwischenraum (Feuerraumwand resp. Zugwand und Kachelwand) ist variabel.
Bezüglich der Temperaturen bewegen wir beide uns im Bereich der Mutmassungen. Selbstverständlich sind auch mir 200 Grad an der Aussenseite der Kachelwand viel zu viel. Ich erwarte da nicht mehr als 70 bis 90 Grad. Aber auf der Innnseite der Kachelwand kann ich mir schon vorstelle, dass durch die Strahlung örtliche (auf ein paar cm2 resp dm2) Temperaturspitzen von 200 Grad auftreten können. Ich stelle mir vor, dass diese örtlichen Spitzen in der Kachelwand gebrochen werden. Der Kleber muss aber die Temperaturspitzen aushalten d.h. darf nicht brüchig oder plastisch werden und muss auch die Temperaturwechsel mitmachen.
Und weil wir Laien uns hier im Bereich von Mutmassungen bewegen, sind wir auf Erfahrungswerte resp. auf erprobtes Verhalten angewiesen.
Herr Kern verwendet den Universal HM von WHT. Das wird zwar als Mörtel und nicht als Kleber verkauft (wo ist die Abgrenzung?) ist aber gemäss den Werksangaben für den Aufbau der Aussenhülle geeignet und von Herr Kern erprobt. Klar ist die angegebene Anwendungstemperatur von 1200 Grad weit jenseits der mutmasslichen Spitzentemperatur. Aber was bei hohen Temperaturen genügt, schafft auch tiefere Temperaturen. Umgekehr nicht.
Gruss Robert
15.07.12, 23:09:26

Moritz

(Senior Member)

Nur ein kleines bescheidenes Detail: Nach Aushärtung des (Super :-))-Klebers ergäbe das dann eine ziemlich starre Verbindung der Kacheln untereinander. Da bei aufgeheiztem Ofen immer Spannungsrisse auftreten, hätte ich Bedenken, das solche Risse nicht wie gewünscht entlang der Fugen, sondern quer über die wunderschönen Kacheln laufen.

MfG
Moritz
16.07.12, 12:52:05

Dr.House

(Senior Member)

Hallo Robert,

mörtle (klingt besser als kleben) mit Ortner Haftmörtel (hält garantiert bis 1000°C, dies ist aber keine Daueranwendungstemperatur = nicht direkt im Feuerraum geeignet).
Diesen Haftmörtel gibt es schon über 20 Jahre, wurde oft kopiert aber nie erreicht.
Für die Hüllenkonstruktionen (äußere und innere Hülle)ein idealer Mörtel um mehrere Jahrzente für Rissefrreiheit zu sorgen.
Wichtig bei der Verarbeitung ist der vorherige Kontaktstrich (mit Haftmörtel richtig knirschend durch starken Druck mit Spachtel) und nach kurzer Standzeit nach
Anmischung (nur kleine Portionen in Mörtelpfanne) nochmals
durchmischen mit Spachtel vor Gebrauch des Mörtels.
Meine Vorschläge entspringen über 20jähriger Erfahrung mit
Ortner Haftmörtel (natürlich andere auch probiert, aber die Öfen mit Ortner gesetzt wurden = Rissefreit).
Mit deinem einschaligem Innenausbau wirst Du auf Dauer keine Freude haben, Du wirst an mich denken.
Schöne Grüsse aus dem heiligen Land Tirol.
20.07.12, 15:56:12

Robert

(Senior Member)

Hallo Dr.House
Zitat von Dr.House:

mörtle (klingt besser als kleben) mit Ortner Haftmörtel (hält garantiert bis 1000°C, dies ist aber keine Daueranwendungstemperatur = nicht direkt im Feuerraum geeignet).

Danke für den Tipp. Nun habe ich Empfehlungen für zwei Produkte:
Herr Kern: Universal HM von Wolfshöhe
Dr. House: Ortner Haftmörtel
Ich werde versuchen, das eine oder andere hier in der Schweiz zu kriegen. Das ist schwieriger als ein Medikament bei einem Apotheker zu erhalten!

Zitat von Dr.House:

Mit deinem einschaligem Innenausbau wirst Du auf Dauer keine Freude haben, Du wirst an mich denken.

Das ist nun aber eine (zu)späte Verunsicherung! Deine Erfahrung in Ehren, aber hier kommt sie zu spät .... und manchmal führen Erfahrungen auch zu Vorurteilen. Immerhin wird die grosse Anzahl der Grundöfen mit einem einschaligen Innenausbau gebaut / betrieben. Und keiner der zehn von mir kontaktierten Hafner / Ofenmonteure haben einen mehrschaligen Innenausbau erwähnt / empfohlen. Die meisten hatten allerdings auch noch andere Defizite. Es leuchtet schon ein, dass ein mehrschaliges Bauwerk statisch betrachtet länger dicht ist. Aber wenn dann die wärmere innere Schale die äussere austreibt, ist auch nichts gewonnen.
Gruss Robert
22.07.12, 20:48:16
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