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Seeschwalbe

(Senior Member)

Liebe Grundofenfreunde!

Ich lese immer wieder fasziniert die Beiträge zur elektronischen Ofensteuerung. Nun stellt sich mir folgende Frage:

Wie bedient man einen Grundofen, der keinerlei elektronische Regelung oder Steuerung hat, also nur einen Luftschieber an der Tür und eine Anheizklappe, (die wir aber kaum benötigen,) um die Energie des Holzes maximal zu nutzen?
- bei minimaler Holzmenge bis zur max. Menge?
- Bedienung des Luftschiebers?
- wie soll das Flammenbild aussehen?
- wann wird komplett geschlossen?
- wie schnell sollte der Abbrand erfolgen?
- welchen Einfluß hat die Holzart, und wie ist sie ev. zu berücksichtigen?
- welchen Einfluß hat die Scheitdicke?
- der Vollständigkeit halber: sinnvolle Möglichkeiten zur Anordnung von Brennholz und Anzündholz?

Ich weiß, daß einzelne Fragen, insbes. auch die Frage nach der Stapelung schon im Forum diskutiert wurden.
Aber vielleicht macht es Sinn, dazu einen Beitrag zu gestalten, um "altmodischen", d.h. nicht elektronisierten Ofenbesitzern eine Anleitung an die Hand zu geben.
Herr Kern, vielleicht wollen Sie dazu sogar eine kleine Zusammenfassung schreiben und in die allgemeinen Infos stellen? freuen

Mit Gruß von der warmen Ofenbank,
Seeschwalbe
11.12.13, 06:45:01

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 11.12.13, 12:34:50

Hallo Seeschwalbe
Mein Senf:
Die Gleichung elektronische Ofensteuerung = optimaler Energienutzung ist nur bedingt richtig.
Ebenso ist die Gleichung Handsteuerung = optimale Energienutzung auch nur bedingt richtig.
Auch die Gleichung optimaler Abbrand = optimale Energienutzung nur bedingt richtig.
Nehmen wir mal die Werte der EN 15544 und EN 13384-1 als richtig und für den eigenen Ofen als bekannt an. An etwas müssen wir uns ja orientieren.
Eine elektronische Ofensteuerung macht etwas ganz triviales: sie bewegt den Verbrennungsluftschieber. Aber nur so und dann, wie ihr das einmal jemand gesagt hat und natürlich nur in den Grenzen wie es der Hersteller vorgedacht hat.
Und da begegnen wir dem ersten Problem: Der die Grenzen setzende Hersteller hat u.U. sich nie in die Materie eingearbeitet. Das eine oder andere Produkt ist nicht zu Ende gedacht.
Das zweite Problem: Jemand muss der Steuerung sagen, wann sie was tun soll. Das kann man aber nur, wenn man das System Luftzufuhr, Ofen, Schornstein und Bediener genau kennt. Ich habe den Bediener eingebunden: welche Scheiter macht er? Wie schichtet er? Wo zündet er an? Bei welcher Restwärme macht er einen neuen Abbrand? Wer nun kann eine solche Einstellung machen? Der Ofenbauer, welcher, wenn es gut geht, nach dem Trockenheizen vorbeischaut und zusammen mit dem Eigner einen Abbrand fährt und ihm sogar eine Bedienungsanleitung in die Hand drückt? Hier gebe ich die Antwort selber: schlicht unmöglich! Der Elektriker, welcher die Steuerung montiert hat und von Feuer machen keine Ahnung hat, weil er lieber eine Elektroheizung verkauft hätte?
Bleibt nur der Eigner. Nur er kann den Ofen kennen lernen, wenn ihm an einer optimalen Energienutzung gelegen ist. Zum Trost: wenn ihm die optimale Nutzung Wurst ist: das Feuer brennt dennoch und der Ofen wärmt. Das ist ja das Schöne an einem berechneten und nach der Berechnung gebauten Ofen. Die nicht genutzten paar Wirkungsgradprozente sind für die Menschheit unbedeutend.
Wenn der Eigner aber den Ofen auskitzeln will, muss er Temperaturen messen. Mindestens am Überbrand und am Verbindungsstück. Und da gibt es nicht eine Temperatur sondern einen ganzen Cocktail der zu analysieren ist. Dann muss man versuchen, das einmal erhaltene Resultat ein paar Mal zu wiederhohlen. Ebenso verhält es sich mit der Abbrand Dauer. Alle diese Versuche sind sehr zeitaufwändig. Und mit diesen Erkenntnissen kann man nun hingehen und mit baulichen Massnahmen (Zugverengungen, Stellung Verbrennungsluftschieber) den Ofen an die nach der Norm berechneten Werte heranzuführen. Immer in der Annahme, dass die Normwerte richtig sind!
Meine Erkenntnisse (ich erhebe nicht den Anspruch, dass die allgemein gültig sind):
Wenn eine Optimierung angestrebt wird, sind bereits beim Aufbau des Ofens Temperaturmessstellen am Überbrand, am Verbindungsstück und am Schornsteinkopf vorzusehen. Auch einen Zugriff für das Messen der Abgaszusammensetzung muss vorgesehen sein. Ein Nachbau wird ein Flickwerk wenn er überhaupt noch möglich ist. Ohne diese Vorkehren und deren Anwendung ist eine Optimierung nicht möglich. Nach dem Optimierungsprozess werden die Messstellen überflüssig.
Gruss Robert
11.12.13, 10:17:38

Kuechenbulle

(Senior Member)

Zitat von Seeschwalbe:
Liebe Grundofenfreunde!

Ich lese immer wieder fasziniert die Beiträge zur elektronischen Ofensteuerung. Nun stellt sich mir folgende Frage:

Wie bedient man einen Grundofen, der keinerlei elektronische Regelung oder Steuerung hat, also nur einen Luftschieber an der Tür und eine Anheizklappe, (die wir aber kaum benötigen,) um die Energie des Holzes maximal zu nutzen?
- bei minimaler Holzmenge bis zur max. Menge?
- Bedienung des Luftschiebers?
- wie soll das Flammenbild aussehen?
- wann wird komplett geschlossen?
- wie schnell sollte der Abbrand erfolgen?
- welchen Einfluß hat die Holzart, und wie ist sie ev. zu berücksichtigen?
- welchen Einfluß hat die Scheitdicke?
- der Vollständigkeit halber: sinnvolle Möglichkeiten zur Anordnung von Brennholz und Anzündholz?

Ich weiß, daß einzelne Fragen, insbes. auch die Frage nach der Stapelung schon im Forum diskutiert wurden.
Aber vielleicht macht es Sinn, dazu einen Beitrag zu gestalten, um "altmodischen", d.h. nicht elektronisierten Ofenbesitzern eine Anleitung an die Hand zu geben.
Herr Kern, vielleicht wollen Sie dazu sogar eine kleine Zusammenfassung schreiben und in die allgemeinen Infos stellen? freuen

Mit Gruß von der warmen Ofenbank,
Seeschwalbe


Lieber Robert,

vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Das war aber, von Seeschwalbe, nicht die eigentliche Frage!!

Wenn ich es richtig verstanden habe, bat er um Tipps und Hinweise, wie er seinen Abbrand optimieren kann und welche Faktoren er bei der Optimierung zu beachten hat.

Auch mir geht es zur Zeit so. Ich verfüge in meinem Ofen über eine Ledatronic LT3 und hatte auch schon einmal angefragt welche Optimierungsmöglichkeiten bestehen.

Beide Interessen gehen also in die gleiche Richtung!!

Mit freundlichen Grüßen
Kuechenbulle
11.12.13, 14:46:00

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 11.12.13, 15:03:52

Hallo Kuechenbulle
Zitat von Kuechenbulle:

vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Das war aber, von Seeschwalbe, nicht die eigentliche Frage!!

Die Antwort ist in meinem Beitrag schon enthalten: Ohne Messen und Statistik läuft nichts! Es ist nicht möglich, rein durch Feuer schauen die für seinen Ofen optimale Einstellung zu finden. Die Temperaturen und die Zugverhältnisse sind neben der Vorbereitung des Abbrandes die entscheidenden zu beachtenden Kriterien. Wohlverstanden, wenn es ums rauskitzeln der letzten Prozente geht.
Ohne den Anspruch zu haben, alles richtig zu machen, lesen Sie mal meinen Beitrag "rechnen, messen, beobachten korrigieren" (oder wie der heissen mag). Das ist einer "beschwerlicher" Weg, aber ich habe den Eindruck, vorwärts zu kommen.
Gruss Robert
11.12.13, 14:57:18

Kuechenbulle

(Senior Member)

geändert von: Kuechenbulle - 11.12.13, 15:27:24

Zitat von Seeschwalbe:
Liebe Grundofenfreunde!

Ich lese immer wieder fasziniert die Beiträge zur elektronischen Ofensteuerung. Nun stellt sich mir folgende Frage:

Wie bedient man einen Grundofen, der keinerlei elektronische Regelung oder Steuerung hat, also nur einen Luftschieber an der Tür und eine Anheizklappe, (die wir aber kaum benötigen,) um die Energie des Holzes maximal zu nutzen?
- bei minimaler Holzmenge bis zur max. Menge?
- Bedienung des Luftschiebers?
- wie soll das Flammenbild aussehen?
- wann wird komplett geschlossen?
- wie schnell sollte der Abbrand erfolgen?
- welchen Einfluß hat die Holzart, und wie ist sie ev. zu berücksichtigen?
- welchen Einfluß hat die Scheitdicke?
- der Vollständigkeit halber: sinnvolle Möglichkeiten zur Anordnung von Brennholz und Anzündholz?

Ich weiß, daß einzelne Fragen, insbes. auch die Frage nach der Stapelung schon im Forum diskutiert wurden.
Aber vielleicht macht es Sinn, dazu einen Beitrag zu gestalten, um "altmodischen", d.h. nicht elektronisierten Ofenbesitzern eine Anleitung an die Hand zu geben.
Herr Kern, vielleicht wollen Sie dazu sogar eine kleine Zusammenfassung schreiben und in die allgemeinen Infos stellen? freuen

Mit Gruß von der warmen Ofenbank,
Seeschwalbe


Nocheinmal!! freuen

Es geht hier um grundsätzliche Faktoren. Faustregeln

Wir stecken leider fast alle nicht so tief in der Materie wie Sie! Es ist bewundernswert, wie Sie alle Zusammenhänge verstehen und erläutern. Aber aus diesem Grund sind hier manche Beiträge von Ihnen auch nicht so leicht zu verstehen. freuen lachen Nicht böse gemeint.

Mir ging es auch nur um Grundsätzliches und das war, glaube ich, auch von Seeschwalbe so gemeint.

Man kann Suppen auch auf verschiedene Arten herstellen. Mann muss deshalb nicht Lebensmitteltechnologie studiert haben. Eine gut gemachte Suppe nach hausfrauenart kann genauso überzeugen, wie eine Suppe die nach den Regel der
Nouvelle Cuisine produziert wurde!!

Mit freundlichen Grüßen
Kuechenbulle

11.12.13, 15:26:44

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 11.12.13, 20:09:12

Hallo Kuechenbulle
Auch nicht böse sein: Wenn Sie einen ordentlich berechneten und gebauten Ofen haben und nicht messen wollen / können, machen Sie, was Ihnen der Ofenbauer gesagt hat. Das ist dann nicht falsch aber wahrscheinlich auch nicht optimal. Weiter kommen Sie nur mit messen und analysieren ....nur ins Feuer gucken reicht nicht.
In Ihrer Ofenberechnung finden Sie:
- max. Holzmenge: z.B. 11,1 kg
- Brennstoffumsatz: z.B. 8,64kg/h
- daraus die Abbrandauer = 11.1 / 8.64 = ...h
Für die Holzscheiter (ausschliesslich Buche) gilt bei mir:
Die Holzscheiter sollten etwa so gross sein wie ein Oberarm / eine Seitenlänge von nicht mehr als 12cm haben / einen Umfang von nicht mehr als 20 cm haben.

Meinen Lernprozess habe ich hier im Forum dokumentiert. Die zahlreichen Beiträge alle zu finden, macht mir auch Mühe. Und was an meinem Ofen von mir als geeignet beurteilt wird, muss anderswo nicht Ziel führend sein. Deshalb hier nur eine Zusammenfassung meines Vorgehens:
1. Ziel:
Ein Abbrand der schnell "oben" ist und dann ebenso schnell zusammenfällt. Das habe ich erreicht durch "meine" Holzschichtung und "meinen" Anzündort. Im weitern bleibt bei mir die Feuerraumtüre geöffnet, bis der Holzstapel (und nicht nur das Anfeuermaterial!) Feuer gefangen hat. Dann habe ich am Überbrand 240 Grad. Dieser Punkt wird erreicht so in ca. 5 bis längstens 15 min.
2. Ziel:
Rechtzeitiges Schliessen der Frischluftklappe. Das kann manuell präziser gemacht werden, als mit der Elektronik. Das ist zu machen wenn nur noch blaue und keine gelben Flammen mehr da sind.
3. Ziel:
Definition der tatsächlichen Abbranddauer. Ich habe die bei mir definiert als die Zeit zwischen dem Schliessen der Feueraumtüre und dem Schliessen der Verbrennungsluftklappe. Wie sie in einem meiner Beiträge sehen, habe ich über 8 Abbrände eine Abweichung von 2 min zur berechneten Zeit erreicht. Das habe ich erreicht, durch Verkleinerung des Überbrandes und Drosselung der Verbrennungsluft. Das Flammenbild sehen Sie in meinem letzten Beitrag: intensiv aber ruhig.
4. Ziel:
Noch zu erarbeiten: Der Zeitpunkt des nachfolgenden Abbrandes. Zwar gibt es die Nennheizzeit aus der Berechnung. Aber mir scheint dies nicht optimal. Besser scheint es mir, die Innentemperatur des Ofens zu beobachten. Ein nächster Abbrand ist nämlich nur dann sinnvoll, wenn das Gestein bis auf einen zu definierenden Wert abgekühlt hat. Sonst besteht keine Aufnahmekapazität und die Wärme geht zum Schornstein raus. Selbstverständlich ist auch der Bedarf im Raum zu beachten.
Mehr Konkretes kann ich kaum sagen ausser dass jeder mit seinem Ofen halt experimentieren muss.
Gruss Robert
11.12.13, 15:35:45

Seeschwalbe

(Senior Member)

geändert von: Seeschwalbe - 12.12.13, 10:43:58

1. Danke für die Antworten bisher. Auch wenn ich mir keine Diskussion gewünscht habe, sondern eine einfachere Anleitung für die Nicht-Profis.

2. Selbst, wenn der Ofen optimal berechnet und gebaut wurde, und davon gehe ich jetzt mal aus, so kann ich zwar experimentieren, aber ich sollte vielleicht doch wissen, wohin ich mich mit meinen Experimenten bewegen sollte.
Deswegen die Fragen nach Scheitdicke, Holzart, Flammenbild, Stellung des Luftschiebers, etc. Ließe sich auch noch erweitern, z.B. warum hab ich ständig eine verrußte Scheibe, liegt das an der Holzart oder am Brennverhalten, warum hab ich mehr Asche als andere hier im Forum, etc.

3. Da ich den Ofen dzt. nur abends heizen kann und bei Außentemperaturen von 6°C mit 6-7 kg warm genug habe, der Ofen dient ja auch nicht als Alleinheizung, kann ich also auch nicht nach Gesteinstemperatur heizen, weil ich zu dem Zeitpunkt möglicherweise gar nicht zuhause bin. Das ist dann tatsächlich eine Frage des Ausprobierens, wann ich wieviel Holz auflege.

4. Ich bin der Meinung, daß es auch möglich sein sollte, einen nicht-elektronisierten Grundofen möglichst optimiert zu betreiben, ohne die elektronische Perfektion. Deswegen frage ich hier im Forum, weil hier halt auch schon erfahrenere Ofenheizer als ich sind. Vielleicht waren auch die Ausführungen des Ofenbauers nicht so detailliert, wie man es sich dann irgendwann im Lauf der Zeit wünscht.

Natürlich kann ich auch Herrn Kern privat anschreiben. Aber es gibt offensichtlich ja auch noch andere konventionelle Heizer, die das Thema interessiert, und deswegen meine Anregung, für diese eine einfache Anleitung zu schreiben, worauf man achten sollte. Ein "Kochrezept" sozusagen.
12.12.13, 10:43:03

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 12.12.13, 15:16:58

Hallo Seeschwalbe.

Es gibt nicht die, allein seligmachende, Art einen Ofen zu beheizen.
Da Sie mit nur geringer Holzmenge heizen vermute ich mal dass Ihr Holz ev. zu dick gespalten ist.
Holz braucht immer Gesellschaft beim brennen.

2-3 Stücke Holz können einfach nicht gut brennen.
Es sollten also immer min 6-7 Stück sein.
Wichtig ist es noch, falls man Eichenholz verbrennt, dass etwas Nadelholz untergemischt wird.
Eiche alleine brennt nicht gut.
Natürlich ist es ebenso wichtig dass das Holz gut trocken ist.

Ich rate immer das Holz einfach längs einzulegen und dann von oben zu entzünden.
Das bedeutet aber keineswegs dass quer- stehend- oder kreuzweise eingelegtes Holz nicht ebenso oder, je nach Umstand, auch besser brennt.
Von oben entzündet sollte es aber immer werden.

Zu dem Regulieren der Verbrennungsluft gibt es ebenfalls viele Ansichten.
Die einfachste (österreichische) Art ist es Luft auf beim Anzünden und Luft zu nach dem Abbrand.

Je nach Ofen und Witterung kann es aber besser sein die Luft generell nur z.B. 50% zu öffnen.
Unsere Türen haben große Querschnitte um die Druckverluste innerhalb der Tür zu minimieren.
Diese Druckverluste spielen natürlich bei einem leistungsstärkeren Ofen (verbraucht mehr Luft) eine bedeutend größere Rolle als bei einem kleineren Ofen.

Es ist auch ganz sicher auch nicht falsch wenn man, nachdem der Vollbrand erreicht ist, die Luft etwas weiter drosselt.

Eine Steuerung verbessert übrigens beim Grundofen den Abbrand nicht. Sie dient eher der Bequemlichkeit.

Wir bauen mit unserer großen Tür (N54) Grundöfen bis zu einer Holzmenge von 40kg/Abbrand.
Bei 3 Abbränden ist das eine Nennleistung von 15,6kW.
Es gibt keine andere große Glastür mit der sowas auch nur annähernd machbar ist.



Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
12.12.13, 15:11:56

Seeschwalbe

(Senior Member)

geändert von: Seeschwalbe - 12.12.13, 22:23:08

Guten Abend, Herr Kern!
Danke für Ihre Antwort.

Unser Haus ist top gedämmt, sodaß zur minimal eingestellten Fußbodenheizung der Ofen den wesentlichen Teil ausmacht. Bisher hatten wir auch noch sehr milde Temperaturen.
Seit 3 Tagen komme ich nun nicht zum Ofenheizen, das merkt man nun doch schon deutlich.

Derzeit heizen wir v.a Eichenäste von 3 bis ca. 12 cm Dicke. Zum Anzünden nehme ich Nadelholz. Die Eiche ist über 2 Jahre gelagert. Außerdem liegt sie dann immer noch einige Tage direkt neben dem Ofen.
Das Feuer brennt immer in wenigen Min. an. Aber ich werde Ihren Tip beherzigen und mehr Kiefer dazu mischen.
12.12.13, 19:45:12

Theo Kern

(Administrator)

Moin Moin in den hohen Norden.

Eichenäste...

Darunter verstehe ich ungespaltenes Holz.
Das ist das absolut am schlechtesten brennende Heizmaterial und und sollte in jedem Fall nur zugemischt werden.

In der Dicke über 8cm sollte das dazu in jedem Fall gespalten sein.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
13.12.13, 04:30:50

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 15.12.13, 19:16:56

Hallo Seeschwalbe
Zitat von Theo Kern:

Eichenäste...

Dann ist also wieder mal bewiesen, dass die richtige Fragestellung mindestens die Hälfte der Antwort ist!
Eine Episode von bei uns:
Unsere Schwiegersöhne kommen ab und zu in die Lage, den Ofen zu bedienen. Sie haben eine ausführliche Bedienungsanleitung. Die schreibt vor, dass als Anfeuerholz bereitliegende Sägereiabfälle (ca 15 cm lang, Querschnitt 2cm2) zu verwenden sind. Einer, er war Pfadfinder, war schlauer: er nahm zum Spanzapfen dürre Buchenäste. Hat dann die Türe vorschriftsgemäss geschlossen und ging Skifahren. Als er zurückkam, hat er 3 Stunden (das Reinigen mit Metallklingen habe ich untersagt)lang an der Scheibe geschrubbt. Die Buchenäste waren verbrannt. Die Hitze aber genügte nicht, um den Brennholzstapel zu entzünden. Das Feuer erstickte und machte diese Riesensauerei. Seit da weiss der, wie man Feuer macht.
Folgerung: Auch ein Rezept ist wertlos, wenn der Leser sich selber bestätigen will.
Gruss Robert
15.12.13, 12:22:44

Seeschwalbe

(Senior Member)

Zitat von Robert:

Dann ist also wieder mal bewiesen, dass die richtige Fragestellung mindestens die Hälfte der Antwort ist!
verwirt

Es ging mir primär um allgemein gültige Antworten auf meine ganz oben gestellten Fragen. Ich möchte gern verstehen, welchen Einfluß die verschiedenen Variablen auf die Funktion des Ofens haben. Das hat mit dem Vorhandensein von Elektronik am Ofen nichts zu tun.

Es muß ja wohl ein Unterschied bestehen, ob man Fichte oder Eiche, dünne Äste von 3 cm oder dicke Holzscheite von 10 cm heizt. Es muß einen Grund geben, den man allgemein formulieren kann, ob sich viel oder wenig Asche bildet, ob die Scheibe schnell oder langsam verrußt.

Natürlich können wir hier auch meine konkrete persönliche Ofensituation und mein Heizverhalten diskutieren.
Das dauert länger, ist mit wiederholten Rückfragen, Mißverständnissen etc. verbunden und hat letztlich keinen allgemein gültigen Wert, von dem jemand anderer auch profitiert, und wenn, dann nur mit Mühe, weil sich meine persönliche Situation nicht auf andere umlegen läßt.

Deswegen hatte ich die Frage nach einem "Kochrezept" gestellt. Ein Kochrezept gilt auch allgemein und für jeden und nicht nur für diejenigen, die eine Ikea-Küche und ein Ceranfeld haben. mit Augen rollen

Aber vielleicht findet sich noch ein Kochrezept-Schreiber, im Sinne der Allgemeinheit. freuen
15.12.13, 17:32:16

Mäcki

(Senior Member)

Servus Seeschwalbe,

das Kochrezept ist ganz einfach:

  • frau/man nehme eine Uhr und messe die Abbranddauer (vom Anzünden bis zum Schließen der Türe) bei Vollast; sie sollte nicht länger sein als die berechnete,
  • das Feuer sollte in der Hauptbrandphase hellgelb sein.

Ist die Dauer länger und das Feuer mehr rot, ist das Holz zu dick; andersherum zu dünn.

Mit dem Versuchsaufbau kann ohne sonstige Messungen geprüft werden, ob andere Faktoren auszuschließen sind.

Gruß, Mäcki
15.12.13, 18:14:03

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 15.12.13, 19:19:57

Hallo Seeschwalbe
Zitat von Seeschwalbe:

Das hat mit dem Vorhandensein von Elektronik am Ofen nichts zu tun.

Ich habe darauf hingewiesen, dass, wenn der Bediener den Ofen nicht von Hand bedienen kann, es die Elektronik auch nicht kann. Die ist nicht gescheiter als der Bediener.

Zitat von Seeschwalbe:

...ob die Scheibe schnell oder langsam verrußt.

Überhaupt nicht verrusst, müsste es heissen. Denn das ist Standard. Das Rezept heisst, für ein "heisses" Feuer sorgen. Mäki sagt wie das aussieht.

Zitat von Seeschwalbe:

von dem jemand anderer auch profitiert, und wenn, dann nur mit Mühe, weil sich meine persönliche Situation nicht auf andere umlegen läßt.
Deswegen hatte ich die Frage nach einem "Kochrezept" gestellt.

Dieses einfache, allgemeingültige Rezept haben Sie doch vom Ofenbauer erhalten! Der ist da in der Pflicht. Nur: Auch ein Rezept garantiert noch kein geniessbares Mahl: Wenn der Koch nicht lesen kann, den Salztopf mit der Zuckerdose verwechselt oder sonst pfuscht, nützt auch das Rezept nichts. Der Ofenbauer darf erwarten, dass sein Koch mal liest, probiert, korrigiert. Dann klappts mit 100% Sicherheit .... allenfalls beim x-ten Versuch. Siehe meinen Nachtrag im vorangehenden Beitrag). Wahrscheinlich sind dann schon gezielt persönliche Faktoren anzusprechen. z.B. bei Ihnen die dicken Äste.
Gruss Robert
15.12.13, 19:06:35

Johannes Effsin

(Member)

Hier ein Thread über eine Bedienung mit Elektronik. O-Control

http://www.kachelofen-profis.de/kachelofen-forum/topic.php?id=916&highlight=oControl&

Auch ich habe eine solche Steuerung hier liegen, leider aber, aufgrund Personalknappheit, noch nicht im Test.
Haben Sie mitlerweile die Steuerung ausprobiert Herr Kern?

MfG
16.12.13, 21:58:47

Theo Kern

(Administrator)

Habe ich natürlich.

Die Steuerung funktioniert auch ist aber, aus diversen Gründen, für den Einsatz mit dem Grundofen nicht wirklich geeignet.

Um z.B. einen Heizkamin oder einen Kaminofen zu steuern aber durchaus.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
17.12.13, 06:31:10
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