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mr.grimm

(Senior Member)

geändert von: mr.grimm - 08.11.18, 22:40:18

Hallo Oli,

das Gericht hat 3 Sachverständige vorgeschlagen, davon war einer Backofenbauer.......
Somit haben wir einen vorgeschlagen, den die Gegenseite akzeptiert hat.

Ich sehe das so, der Ofenbauer sagt ganz klar: Ein Warmluftofen sollte ca. 80-85 Grad warme Luft erzeugen ( Warmluftaustritt) und das sehe ich genauso. Leider ist es so, dass wir mit diesem besagten Einsatz niemals diese Temperaturen erreichen können. Wir wissen auch warum....
Ich möchte nur das, was der Hersteller und der Ofenbauer angeben, mehr nicht.
Ich möchte nun nicht wieder die alten Kamellen auspacken und spare mir weitere Kommentare. Es ist anscheinend zu viel verlangt, für einen 5-stelligen Betrag einen zufriedenstellenden Ofen zu bekommen. Der Ofenbauer wollte uns am Anfang die Isolierung aus der Gusskuppel über dem Heizeinsatz ausbauen, um mehr Warmluft zu erzeugen. Ich hatte diesbezüglich Kontakt mit einem anderen erfahrenen Ofenbauer aufgenommen und ihn die Geschichte erzählt. Ich schreibe besser nicht, was dieser dazu gesagt hat.
Desweiteren hat der Ofenbauer die Dämmung der Rückwand zu gering dimensioniert und somit entspricht er nicht den Regeln. 10 cm laut Hersteller, eingebaut hat er 6 cm. Und und und....

MfG
08.11.18, 22:08:33

Theo Kern

(Administrator)

Das Temperaturniveau der austretenden Luft ist abhängig von der Leistung und der durchgesetzten Luftmenge.

Insofern ist die Angabe 80-85 Grad Quatsch.

Die 85° erreicht auch ein Streichholz bei entsprechend geringem Luftstrom.
Sagt also gar nichts aus.

Entscheidend ist die Temperaturdifferenz (einströmende-ausströmende) der Luft und die Luftmenge. Daraus lässt sich die austretende Leistung errechnen.


Die Dicke der Dämmung ist mit 6cm (ich vermute Ersatzdämmstoff) ebenfalls ausreichend dick.
Der Hersteller schreibt die Dicke mit Rockwool vor.
Aber auch das ist, vor einer nicht brennbaren Wand, überzogen.
Früher waren da 3cm vorgeschrieben.
Aber von diesen Unterschieden lebt die Industrie.


Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
11.11.18, 16:47:32

mr.grimm

(Senior Member)

geändert von: mr.grimm - 11.11.18, 17:57:56

Hallo Herr Kern,

die Dämmstärke von 6cm ist nicht ausreichend und entsprechen nicht den Herstellerangaben. Es wurden Promasilplatten verarbeitet und um 10 cm Normaldämmung zu ersetzen, bedarf es 8 cm Promasilplatten.
Zu dem eigentlichen Problem:
Die aufsteigende Zuluft soll sich ja an dem Heizeinsatz erwärmen und als Warmluft austreten, so weit so gut.
Da liegt aber das Problem, da der Heizeinsatz so gut isoliert und zusätzlich auch noch luftumspült ist, kann die aufsteigende Luft sich nicht erwärmen. Die Rückwand der Sitzbank, die sich unmittelbar neben dem Heizeinsatz befindet bleibt während den Heizzeiten annähernd kalt und wird erst warm, wenn der Luftschieber geschlossen wird. Das ist für uns nicht akzeptabel. Um Warmluft zu erzeugen, ist dieser Heizeinsatz meines Erachtens nicht zu gebrauchen.

MfG
11.11.18, 17:51:05

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 11.11.18, 18:29:55

Hallo Herr Grimm
Ich hoffe nur, dass der Richter dies ebenso klar sieht wie Sie! Sonst bleiben Sie nämlich auf Ihren und des Ofenbauer Anwalts- und Gerichtskosten sitzen. Mit dem Betrag hätten Sie locker den Ofen abgerissen und von einem echten Fachmann neu aufbauen können. Meine Überzeugung die nicht die Ihre sein muss: Unter 20'000.- Streitwert lohnt sich dann ein Rechtshändel nicht, wenn man keine Rechtsschutzversicherung, keine Zeit und Nerven hat.
Gruss Robert
11.11.18, 18:14:12

mr.grimm

(Senior Member)

Hallo Robert,

was hätten wir Ihrer Meinung nach tun sollen? Den neuen Ofen auf eigene Kappe abreissen und einen neuen bauen sollen für nochmals ca. 10000 Euro?

Das was uns seitens dem Ofenbauer versprochen worden ist, wurde nicht vollständig erfüllt.

Uns macht die Gerichtsangelegenheit auch keine Freude, leider sehen wir keinen anderen Ausweg.
11.11.18, 18:54:51

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 11.11.18, 19:13:16

Hallo Herr Grimm
Sie haben einen Ofenbauer, der vom Ofenbau nicht viel versteht. Das hätten Sie vielleicht vor der Auftragsvergabe herausfinden können. Der Richter wird dies zu werten wissen.
Nun werden Anwälte bemüht die vom Ofenbau sicher nichts verstehen.
Dann kommt ein Experte zum Zug der vom Ofenbau wenig versteht.
Und zuletzt entscheidet ein Richter der vom Ofenbau ganz sicher nichts versteht.
Glauben Sie ruhig, dass Sie so auf einen grünen Zweig kommen. Mir selber wäre das Prozessrisiko zu gross.
Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Sachen.
Glauben Sie wirklich, dass Sie die 10'000 Euro "retten" können? Dann will ich Ihnen den Glauben nicht nehmen. Bitte lassen Sie uns das Resultat wissen.... wenn es soweit ist: ich bin dankbar, für Erfahrungen (auch für dieselben, die andere bezahlt haben).
Gruss Robert
11.11.18, 19:08:03

Nikolo

(Senior Member)

Hallo Robert!

Genau so ist es.

Aber es wird auch immer schwieriger, einen wirklich guten Hafner (Ofensetzer) zu finden. Ist aber in vielen anderen Handwerksberufen nicht unsesentlich anders. Leider! verwirt
Es wird irgendwann vielleicht wieder einmal die Zeit kommen, wo das Handwerk wieder einen goldenen Boden haben wird. freuen

Gruß, Nikolo

Lebensmotto: "Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füge keinem anderen zu!"
12.11.18, 00:08:32

pyromanenoli

(Senior Member)

Hallo zusammen,

das "hätte, hätte Fahrradkette" bringt keinen weiter und vor Gericht erst gar nicht. Für den einen lohnen sich 20.000 € oder Franken, um darum zu streiten - für den anderen nicht. Das ist aber nicht das Thema, sondern es geht darum, wie mr. grimm da mit möglichst geringen Verlusten rauskommt.

Ich verstehe weder besonders viel vom Ofenbau, noch besonders viel von der Juristerei, aber ein einigermaßen gesunder Menschenverstand habe ich inne und der sagt, dass zunächst mal geklärt werden muss, was der Ofenbauer GENAU und zwar SCHRIFTLICH versprochen hat, also das Angebot MUSS heran gezogen werden. Erst dann wird wird klarer, wo man ansetzen muss.

Als Warmluftofen hat der HKD 2.2 eine Nennleistung von 9 kW. Wenn der Ofen also mit dementsprechend Holz befeuert wird, muss er dennoch den Mindestwirkungsgrad erreichen und der muss eben auch nach dem vierten Abbrand eingehalten werden. Wenn dann der Aufstellraum bei 9 kW nicht zur Sauna wird, dann wird eben der Mindestwirkungsgrad nicht erreicht - warum auch immer. Da muss eine richtige Abgasmessung im Verbindungsstück her. Die Temperatur allein nützt nichts, da ein Rückschluss auf den Wirkungsgrad nur bei optimaler Verbrennung und ohne wesentliche "Falschluft" möglich ist.

Wenn dann noch bauliche Mängel hinzukommen um so besser für den Bauherrn. Dann hat der Ofenbauer schlechte Karten.

Es kommt vor Gericht leider allzuoft auf die Laune des Richters an. Wenn also die Fakten klar auf der Hand liegen (z.B. versprochene Nennleistung 9 kw, dabei Wirkungsgrad 60%), dann sollte der Fall eigentlich klar sein.

Ja, es ist mühsam, aber wenn man sich nicht selbst darum kümmert, dann wird das nichts, außer man hat das seltene Glück, einen guten Anwalt erwischt zu haben.

Gruß
Oli
12.11.18, 00:09:52

Theo Kern

(Administrator)

Zitat von mr.grimm:
Hallo Herr Kern,

die Dämmstärke von 6cm ist nicht ausreichend und entsprechen nicht den Herstellerangaben. Es wurden Promasilplatten verarbeitet und um 10 cm Normaldämmung zu ersetzen, bedarf es 8 cm Promasilplatten.
Zu dem eigentlichen Problem:
Die aufsteigende Zuluft soll sich ja an dem Heizeinsatz erwärmen und als Warmluft austreten, so weit so gut.
Da liegt aber das Problem, da der Heizeinsatz so gut isoliert und zusätzlich auch noch luftumspült ist, kann die aufsteigende Luft sich nicht erwärmen. Die Rückwand der Sitzbank, die sich unmittelbar neben dem Heizeinsatz befindet bleibt während den Heizzeiten annähernd kalt und wird erst warm, wenn der Luftschieber geschlossen wird. Das ist für uns nicht akzeptabel. Um Warmluft zu erzeugen, ist dieser Heizeinsatz meines Erachtens nicht zu gebrauchen.

MfG


Nochmal, ihr Problem ist nicht die Dämmstärke.
Die hat mit der Leistung nicht das geringste zu tun und ist, egal was der Hersteller angibt, völlig ausreichend solange es keine brennbaren Bauteile in der Anbauwand gibt.

Ihr Problem ist dass der Ofen Ihren Raum nicht ausreichend heizt.

9kW (das wären 67,5kg Holz/Tag in 13,5 Abbränden 5kg/Abbrand vorausgesetzt der Wirkungsgrad ist korrekt) sind recht viel Leistung.

Beim Grundofen wären das übrigens 2 Abbrände á 33,75kg bzw 3 Abbrände á 22,5kg (je nach Bauweise).

Es gibt also nur zwei Möglichkeiten.
Entweder der Raum braucht eine noch höhere Leistung oder der Ofen bringt die Leistung nicht.

Wurde der Wärmebedarf des Raumes eigentlich schon mal ermittelt?
Das wäre an sich der erste Schritt vor der Planung des Ofens.

Ob der Ofen die Leistung bringt lässt sich doch messen indem man den Wirkungsgrad ermittelt.
Dazu ist lediglich die Rauchgastemperatur und der CO2 Gehalt im Rauchgas zu ermitteln.

Dass der Ofen den Mindest-Wirkungsgrad von 80% hat weil er nach den Fachregeln gebaut wurde ist nicht richtig.
Hier werden viele Dinge nicht richtig oder gar nicht berücksichtigt.










Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
12.11.18, 07:22:30
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