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Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 19.02.20, 05:57:58

Hallo Herr Kern,

wie nicht anders zu erwarten, bin ich auch jetzt in der zweiten Heizperiode mehr als zufrieden mit dem von ihnen geplanten und dann von mir in Selbstleistung aufgebauten Ofen.

Mine Frage bezieht sich auch mehr auf ihre Erfahrungen bzw. die Meinung anderer Besitzer eines Grundofens. Ich beziehe mein Brennholz von einem örtlichen Landschaftspfleger Und der unterscheidet nur in Hart- und Nadelholz. Das Holz wird mir in Stämmen geliefert und von mir lagerfertig geschnitten und gespalten. Bei beiden Holzarten gibt es keine weitere Differenzierung.

durch die umweltbedingte Plage mit dem Borkenkäfer kommt es hier nun zun Engpässen (seit 2017) mit Harthölzern als Brennholz. Nach Meinung "meines" Holzlieferanten" haben die Forstbetriebe alle Hände voll damit zu tun, befallene Fichten aus dem Wald zu bringen. Forstarbeiten mit Harthölzern gibt es (wohl regional bedingt) für ihn kaum noch.

Also habe ich 2017 erstmals eine Fuhre (15 rm) Nadelholz gekauft und brenne diese seit dem Jahreswechsel (Restfeuchte ca 16 - 18 %). Meine bisher gemachten Erfahrungen sind äußerst positiv. der Abbrand ist schneller und wohl auch heißer (gemessener Abbrandtemperatur mit Infrarot im Zentrum ((also nur ungenau)) ca. 850 Grad). Insgesamt ist der Abrand schneller. Die Ascheentwicklung unterscheidet sich kaum. Die Temperatur an der Außenhülle steigt nach wie vor nicht über 65 - 70 Grad. Das sind natürlich alles keine ermittelnde Werte, die sie oder Robert zufrieden stellen würden. Aber vom Effekt her ist die Heizleistung sehr befriedigend. Der Holzverbrauch liegt nach bisherigem Eindruck leicht höher als mit Hartholz. Da Nadelholz hier z. Zt. ca. 35 % billiger angeboten wird als Hartholz, ist das Heizen damit kosteneffektiver.

Nun endlich meine Fragen: Gibt es Besonderheiten, die beim Heizen mit Nadelholz in einem ihrer Grundöfen zu beachten sind (Ruß im Kamin/Schornstein, Asche in den Zügen)? Gibt es Erfahrungen anderer Keramik-Art-Ofenbesitzer? Ich denke, dass ich in einem "Winter" wie diesem die Leistung meines Ofens gar nicht ausreize. Aber können sie sagen, wie hoch die Temperatur an der Außenhülle des Ofens werden kann, ohne diesen zu beschädigen? Mir ist klar, dass die Temperatur im Ofen wichtiger ist. Trotzdem bleibt mir da eine gewisse Unsicherheit.

Ich versichere ihnen gerne noch einmal die Zufriedenheit mit dem Ofen. Sowohl im Gebrauch als auch in der Planungs- und Aufbauphase mit ihnen und ihrer Unterstützung.

Freundliche Grüße

O. K.

Von mir eingestellt auf bitten des Schreibers.
Er denkt (zu recht) dass das Thema noch mehr Leute interessiert.


Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
19.02.20, 05:56:16

Theo Kern

(Administrator)

Meine Antwort.

Sie können selbstverständlich Nadelholz verbrennen.

Der Heizwert/kg ist sogar ein wenig höher als bei Hartholz.
Der einzige Unterschied ist dass es leichter ist.
Sie müssen also ein paarmal wiegen damit Sie das Gefühl für die maximale Menge haben.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
19.02.20, 05:59:11

Robert

(Senior Member)

Zitat von Theo Kern:

durch die umweltbedingte Plage mit dem Borkenkäfer kommt es hier nun zun Engpässen (seit 2017) mit Harthölzern als Brennholz. Nach Meinung "meines" Holzlieferanten" haben die Forstbetriebe alle Hände voll damit zu tun, befallene Fichten aus dem Wald zu bringen. Forstarbeiten mit Harthölzern gibt es (wohl regional bedingt) für ihn kaum noch.

Selber habe ich bisher (in 8 Jahren) noch nie Fichte verbrannt. Ich würde allerdings in einer solchen Situation nicht zögern, es zu tun. Der Heizwert/kg von Fichte ist höher als der von Buche. Ich würde ich kaum die Nennmenge von 20 kg Fichte in den Feuerraum kriegen. Das ist aber überhaupt nicht von Bedeutung: mit Ausnahme des ersten Abbrandes bei kaltem Ofen mache ich Holzauflagen von 1/2 bis 3/4 der Nennmenge

Zitat von Theo Kern:

der Abbrand ist schneller und wohl auch heißer (gemessener Abbrandtemperatur mit Infrarot im Zentrum ((also nur ungenau)) ca. 850 Grad). Insgesamt ist der Abrand schneller.

Das kann ich mir gut vorstellen. Wenn die Temperatur auch am Verbindungsstück höher sein sollte, wäre dies nicht ganz optimal: der Wirkungsgrad wäre dann tiefer. Abbrandgeschwindigkeit und Abbrandtemperatur lassen sich in engen Grenzen beeinflussen mit kompakterer oder weniger kompakter Einschichtung, der Wahl eines anderen Anzündpunktes und der Verbrennungsluft.

Zitat von Theo Kern:

Die Temperatur an der Außenhülle steigt nach wie vor nicht über 65 - 70 Grad. Das sind natürlich alles keine ermittelnde Werte,

Mich würde erstaunen, wenn sich an der Temperatur der Aussenhülle feststellen liesse, welches Holz verbrannt wird.
Das Material der Aussenhülle ist Keramik. Da sind Werte in dieser Grössenordnung ohne Bedeutung. Bei mir sind es übrigens 5 bis 15 Grad weniger. Was mich an meinem Ofen stört, ist die Inhomogenität des Temperaturbildes an der Oberfläche. Das ist aber ein anderes Kapitel.
19.02.20, 11:17:06

Robert

(Senior Member)

Zitat von Robert:
Zitat von Theo Kern:

durch die umweltbedingte Plage mit dem Borkenkäfer kommt es hier nun zun Engpässen (seit 2017) mit Harthölzern als Brennholz. Nach Meinung "meines" Holzlieferanten" haben die Forstbetriebe alle Hände voll damit zu tun, befallene Fichten aus dem Wald zu bringen. Forstarbeiten mit Harthölzern gibt es (wohl regional bedingt) für ihn kaum noch.

Selber habe ich bisher (in 8 Jahren) noch nie Fichte verbrannt. Ich würde allerdings in einer solchen Situation nicht zögern, es zu tun. Der Heizwert/kg von Fichte ist höher als der von Buche. Ich würde ich kaum die Nennmenge von 20 kg Fichte in den Feuerraum kriegen. Das ist aber überhaupt nicht von Bedeutung: mit Ausnahme des ersten Abbrandes bei kaltem Ofen mache ich Holzauflagen von 1/2 bis 3/4 der Nennmenge

Zitat von Theo Kern:

der Abbrand ist schneller und wohl auch heißer (gemessener Abbrandtemperatur mit Infrarot im Zentrum ((also nur ungenau)) ca. 850 Grad). Insgesamt ist der Abrand schneller.

Das kann ich mir gut vorstellen. Wenn die Temperatur auch am Verbindungsstück höher sein sollte, wäre dies nicht ganz optimal: der Wirkungsgrad wäre dann tiefer. Abbrandgeschwindigkeit und Abbrandtemperatur lassen sich in engen Grenzen beeinflussen mit kompakterer oder weniger kompakter Einschichtung, der Wahl eines anderen Anzündpunktes und der Verbrennungsluft. Das bringt mich auf die Idee bei der nächsten Gelegenheit die Temperaturen an der Brandstelle mit den Temperaturen am Überbrand zu messen und zu vergleichen.

Zitat von Theo Kern:

Die Temperatur an der Außenhülle steigt nach wie vor nicht über 65 - 70 Grad. Das sind natürlich alles keine ermittelnde Werte,

Mich würde erstaunen, wenn sich an der Temperatur der Aussenhülle feststellen liesse, welches Holz verbrannt wird.
Das Material der Aussenhülle ist Keramik. Da sind Werte in dieser Grössenordnung ohne Bedeutung. Bei mir sind es übrigens 5 bis 15 Grad weniger. Was mich an meinem Ofen stört, ist die Inhomogenität des Temperaturbildes an der Oberfläche. Das ist aber ein anderes Kapitel.
19.02.20, 11:19:52

Kimo

(Member)

Nach langem Suchen habe ich jetzt wieder mein Login für dieses Forum gefunden. Ich würde dieses Thema, falls Interesse, gerne noch weiter verfolgen.
Den Umstieg von Harthölzern auf Nadelholz habe ich an Neujahr begonnen. Nachdem ich einige Scheite wieder abgewogen habe, habe ich auch die Schwierigkeiten, die Robert angemerkt hat, selbst festgestellt, die höchste Füllmenge von 15 kg bei Scheiten von 40 cm Länge in den Brennraum zu bekommen. Bei aufrechter (und auch recht kompakter) Einschichtung sind es ca. 11 - 12 kg. Mit 50er Scheiten wäre das zu bewerkstelligen. Das Problem ist aber bei kontinuierlicher Nutzung des Ofens zu vernachlässigen.
Ein Aspekt, der mir aufgefallen ist, ist der Aspekt der Heizkosten. Ich bezahle für die Lieferung von 15 RM Holz pauschal 200€. Der Preis für Hartholz beträgt 25€/RM, der für Nadelhölzer 10€/RM (jeweils Stammholz). Da ich jetzt durch den Wechsel mitten in der Heizperiode nur ungefähre Erfahrungswerte habe, ergibt sich dennoch ein bemerkenswerte Preisvorteil.
Ein anderes Thema: Heizen mit Stückholz wird allgemein als co-neutral bezeichnet. Trotz vieler Sucherei im www habe ich noch keine Beispielrechnung gefunden, die bei dieser Heizmethode mehr Faktoren als lediglich die freigesetzte Menge an co2 beim Abbrand berücksichtigt.
Das Holz wird unter teilweise massivem Geräteeinsatz im Wald geschlagen, mehrfach transpotiert, zu Scheiten weiter verarbeitet, usw., bis es im Ofen landet. Hat jemand so etwas wie einen "ökologischen Fußabdruck" für das Heizen mit Holz? Oder eigene Gedanken dazu? Würde mich sehr interessieren.
29.02.20, 12:54:13

Theo Kern

(Administrator)

Zitat von Kimo:

Ein anderes Thema: Heizen mit Stückholz wird allgemein als co-neutral bezeichnet. Trotz vieler Sucherei im www habe ich noch keine Beispielrechnung gefunden, die bei dieser Heizmethode mehr Faktoren als lediglich die freigesetzte Menge an co2 beim Abbrand berücksichtigt.
Das Holz wird unter teilweise massivem Geräteeinsatz im Wald geschlagen, mehrfach transpotiert, zu Scheiten weiter verarbeitet, usw., bis es im Ofen landet. Hat jemand so etwas wie einen "ökologischen Fußabdruck" für das Heizen mit Holz? Oder eigene Gedanken dazu? Würde mich sehr interessieren.


Der Aufwand und Energieverbrauch der nötig ist um das Holz zu fällen, aufzuteilen und zum Verbraucher zu transportieren ist verhältnismäßig gering da der Verbrauch zumeist in der Region stattfindet wo das Holz wächst.

In jedem Fall ist der nötige Energieeinsatz weit geringer als derjenige der nötig ist fossile Brennstoffe aller Art zu explorieren, zu fördern und zum Verbraucher zu bringen.

Also ist Holz nicht nur selbst als Brennstoff CO² neutral, auch der CO² Anfall für Gewinnung und Transport ist gering.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
01.03.20, 06:44:35

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 01.03.20, 10:30:46

Hallo

Zitat von Kimo:

Oder eigene Gedanken dazu? Würde mich sehr interessieren.


Nächsten Monat fliege ich in die Karibik. Auf dem Flug habe ich dann Zeit die Erbsen zu zählen: Wieviel Energie unser Bauer mit dem Vollernter (1m Abschnitte), dem Rückgerät, der Spaltmaschine, dem Liefergespann aufwendet. Meine Energie für das Entzweischneiden und das "Feinspalten" werde ich natürlich nicht vergessen. Die Energie für das Stapeln des Holzes und die Bereitstellung vor dem Ofen werde ich nicht berücksichtigen.
Wenn ich dann von der Karibik zurückkomme, werde ich den Bauern mit seiner Energieverschwendung und seiner unverantwortlichen CO2-Produktion konfrontieren.
Gruss Robert
01.03.20, 10:23:22

Kimo

(Member)

Hallo Robert,
ihre Ironie und ihr Sarkasmus helfen mir bzgl. meiner Frage nicht weiter. Aber da ich ja nach den Gedanken anderer Holzheizer zu einem ökologischen Fußabdruck von Kaminholz gefragt hatte, ist ihr Beitrag natürlich legitim.

Wenn, wie im Beitrag von Herrn Kern vorausgesetzt wird, das nur regionale Hölzer verbrannt werden, sehe ich auch einen klaren Vorteil gegenüber anderen Energieträgern. Das mag auf viele hier zutreffen, bei weitem aber nicht auf alle. Deutschland (ich selbst lebe in Belgien und für Belgien kenne ich keine Zahlen) importiert ca. 300.000 Tonnen Brennholz allein aus Osteuropa. Tendenz steigend. Über verschiedene Verkaufsplattformen ist es mühelos möglich, für unter 1000€ einen Holztransporter Brennholz (ca. 50 - 60 RM) zu kaufen. Bei Scheitholz aus Baumärkten und von Tankstellen ist die Herkunft fast nie zu ermitteln. Es sei denn, man beauftragt ein Labor mit einer Analyse der Herkunft, was natürlich vollkommen unrealistisch ist. Und in städtischen Gegenden kommt das Holz überwiegend aus diesen Quellen.

Natürlich habe ich keine Zweifel an meiner Heizart. Ich verbrenne ausschließlich regional geschlagenes Holz. Trotzdem würde ich mich dafür interessieren, ob man so etwas wie einen ökologischen Fußabdruck für Brennholz konkreter fassen kann.

@Robert
Wenn sie aus der Karibik zurück sind, würden mich ihre ermittelten Ergebnisse interessieren (Achtung Ironie!)
01.03.20, 11:39:45

aeromane

(Senior Member)

[/quote]Hat jemand so etwas wie einen "ökologischen Fußabdruck" für das Heizen mit Holz? Oder eigene Gedanken dazu? Würde mich sehr interessieren.[/quote]

Originaldaten:
https://d-nb.info/988294478/34
S. 50
Dateianhang:

 CO2-Fußabdruck.jpg (49.97 KByte | 565 mal heruntergeladen | 27.57 MByte Traffic)

01.03.20, 11:48:35

Theo Kern

(Administrator)

Gutes Diagramm, zeigt dass Holz hier unschlagbar ist

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
01.03.20, 12:15:17

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 01.03.20, 16:45:34

Zitat von Theo Kern:
Gutes Diagramm, zeigt dass Holz hier unschlagbar ist

Ist diese Folgerung nicht ein Schnellschuss?
Die Arbeit bezieht sich auf Biomasse. Sie umfasst 169 Seiten und bezieht sich auf 132 Literaturnachweise. Ich habe weder die Arbeit selber noch die Literaturnachweise studiert. Da gibt es möglicherweise viel Abgeschriebenes.
Auffallen tut mir das überaus schlechte Abschneiden von Strom. Wenn der Strom aus einem thermischen Kraftwerk kommt, stimmt das vielleicht. Wenn der Strom aber mit Wasserkraft (Solarenergie) erzeugt wird, dürfte die Grafik anders aussehen. Dito wenn der Strom aus Photovoltaik stammen würde, welche auch als Bestandteil der dritten technische Revolution angesehen wird.
Zudem wird nur die CO2 - Emmission behandelt. Was ist aber mit der Entropiezunahme als eine mögliche Ursache eines Temperaturanstieges in unserem Lebensraum? Die Entropiezunahme ist bei der Nutzung erneuerbarer Energie minimal, unveränderbar weil von der Natur gegeben, beim verbrennen von Erdöl katastrophal: 1. Hauptsatz der Thermodynamik.
Aber das Holz verbrennen ist sicher ökologisch, wenn auf den Erhalt des Baumbestandes geachtet wird, damit die Natur den CO2-Anfall verarbeiten kann (Regenwaldabholzerei, Waldflächenreduktion um Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsraum zu schaffen). Und bei der Erhaltung des Baumbestandes gehen wir davon aus, dass dies die andern (die nicht im Baumarkt oder im Möbelhaus exotische Hölzer kaufen) schon machen werden.
01.03.20, 16:29:44

Theo Kern

(Administrator)

Jetzt will ich mal ein wenig provozieren.

Wenn wir CO² einsparen wollen dann ist der Erhalt von Urwäldern keine vernünftige Option.
Ein Urwald ist keine CO² Senke sondern lediglich CO² neutral.
Nach dem Absterben eines Baumes dort wächst dort zwar wieder ein neuer Baum. Der kann aber nicht mehr CO² aus der Luft aufnehmen als der Gestorbene dorthin abgibt. Es ist also ein reiner Kreislauf.
Das gleiche gilt natürlich für sog. Naturwälder die man sich selbst überlässt.
Das streichelt zwar durchaus die deutsche Seele, CO² mäßig ist es aber Unsinn.

Beim Nutzwald, und hier setze ich voraus dass dieser nachhaltig bewirtschaftet wird, ist das weit besser weil dort das Holz geerntet und weiter verwendet wird.
Z.B als Bauholz oder Holz für Möbel. Dort bleibt das CO² lange über den Tod des Baumes hinaus gespeichert.
Das dafür nicht verwendbare Holz wird thermisch verwendet und ersetzt dabei fossile Energieträger. Der nachwachsende Baum nimmt aber trotzdem CO² aus der Luft auf.
Das ist also eine richtige CO² Senke.

Wenn die Herrschaften in Berlin was von der Sache verstehen würden dann würden sie den Holzbau massivst fördern.

Dabei würde nicht nur eine Menge CO² eingespart gegenüber anderen Bauweisen, es würde auch eine Menge CO² langfristig eingelagert.
Und am Ende des Hauslebens kann es der thermischen Verwertung zugeführt werden und dient so wieder dem Ersatz von fossilen Brennstoffen.

Wenn das Holz (Restholz, Schwachholz) verbrannt wird geht das gespeicherte CO² zwar wieder in die Luft, gleichzeitig werden aber fossile Brennstoffe eingespart.
Hier haben wir einen CO² neutralen Brennstoff der fossile Brennstoffe ersetzt.

Und nun wirds ganz provokant.

Wenn Brasilien Regenwälder rodet und dort schnellwachsende Palmölplantagen hinpflanzt ist das weit besser (CO² mäßig gesehen) als den Regenwald zu erhalten.
Dabei wird eine Menge Öl erzeugt (Co² freier Brennstoff) und auch die Restmasse kann CO² neutral (thermische Verwertung) genutzt werden.
Und jede weitere Generation von Ölpalmen nimmt wieder CO² aus der Luft.

Es gibt logischerweise natürlich auch noch andere wichtige Faktoren wie Artenerhalt usw.
Dafür muss aber nicht das ganze Amazonasbecken als Regenwald erhalten werden.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
02.03.20, 07:00:03

Robert

(Senior Member)

Zitat von Theo Kern:

Jetzt will ich mal ein wenig provozieren.


Bei mir geht die Provokatiuon in den sozusagen luftleeren Raum.
An unsere CO2-Produktion als Hauptursache für die Klimaerwärmung glaube ich auch nicht.
Mein Beitrag sollte eigentlich nur aufzeigen, dass in dem aufgeführten Diagramm wohl viel Abgeschriebenes steht. Mit dem Hinweis auf die Elektrizität wollte ich zeigen, dass mindestens hier etwas lückenhaft ist. Der Aussagewert des Diagramms ist somit zu relativieren.
Bei gleicher Gelegenheit wollte ich auf die Problematik "Zunahme der Entropie in unserem Lebensraum" hinweisen durch das massive Verbrennen von Erdöl und Kohle (vor Millionen von Jahren gebildete Kohlenstoffe). Dadurch wird das Temperaturgleichgewicht in unserem Lebensraum gestört. Der Temparaturanstieg wird nur gebremst durch grössere Abstrahlung in den Weltraum. Möglich ist, dass das CO2 nun diesen Abstrahlprozess behindert. Zur nicht konstanten Sonnenstrahlung haben wir überhaupt nichts gesagt.
02.03.20, 09:08:31

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 02.03.20, 09:53:53

"Möglich ist, dass das CO2 nun diesen Abstrahlprozess behindert."

Das ist ja die Aussage der Klimaforscher.

Die bedeutende Einbringung von Wärme als, auch von mir vermutete, Mitursache für die unbestreitbare Erwärmung habe ich vor Jahren mit einem Kunden diskutiert.
Der Mann ist Forscher am Alfred Wegner Institut und mit der Klima-Problematik befasst.
Er hat das als unerheblich abgetan.
Auch ich bin mit dieser Aussage bis heute nicht einverstanden.
Das entstehende Problem sieht man doch z.B. an der Tatsache dass die Durchschnittstemperatur in Städten höher ist als auf dem Land.

Mit ging es beim vorherigen Beitrag darum darauf hinzuweisen dass Urwälder zwar große CO² Speicher sind, aber keine aktiven Senken.
Das aus dem einfachen Grund weil diese Speicher schon seit Millionen Jahren bis an den Rand gefüllt sind.
Sie können also kein zusätzliches CO² speichern.

Ganz anders ist das bei einem, nachhaltig bewirtschafteten, Nutzwald.
Hier wird der Zuwachs entnommen und das darin gespeicherte CO² anderweitig gespeichert. Z.B. in einem Holzhaus oder auch in Möbel.
Was dafür nicht verwendet werden kann wird thermisch genutzt und substituiert dadurch die Verwendung fossiler Brennstoffe und verhindert so den Eintrag von zusätzlichem CO² in die Umwelt.
Da der Nutzwald aber weiter wächst wird das dafür benötigte CO² der Umwelt entnommen.
Und das ist dann eine effektive Senke.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
02.03.20, 09:51:29

Robert

(Senior Member)

Zitat von Theo Kern:

Die bedeutende Einbringung von Wärme als, auch von mir vermutete, Mitursache für die unbestreitbare Erwärmung habe ich vor Jahren mit einem Kunden diskutiert.
Der Mann ist Forscher am Alfred Wegner Institut und mit der Klima-Problematik befasst.
Er hat das als unerheblich abgetan.
Auch ich bin mit dieser Aussage bis heute nicht einverstanden.


Ich glaube da eher an die Hauptsätze der Thermodynamik: https://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/nawi.inst.251/Didactics/thermodynamik/INHALT/HAUPTS.HTM
Glauben heisst nicht wissen: ich kann die Richtigkeit dieser Hauptsätze nicht beweisen, es sei denn als Beweis genüge die Tatsache, dass dieselben noch nie widerrufen wurden und die 1. (Dampfmaschine) und 2. (Verbrennungsmotor) technische Revolution auf dieser Basis basieren.
In unserem Falle geht es um den 1. Hauptsatz: es geht in einem System keine Energie verloren. Wohin geht denn all diese Wärme aus der Verbrennung des Erdöls und der Kohle? Wohl oder Übel in unsere Umgebung und von da kann sie zusätzlich in den Raum abgestrahlt werden. Diese Zusatzstrahlung bedarf einer höheren Temperatur.
Als Ofenbauer wissen wir das.
02.03.20, 10:45:25

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 02.03.20, 12:01:29

Ja, genau das meine und sage ich doch.

Die Diskussion kann m.E. nur darum gehen wie bedeutend dieser Einfluss ist.
Dem entgegengewirkt kann nur mit einer Verbesserung des Wirkungsgrads und mit Einschränkung der erzeugten Wärme.

Nur wird dieser Aspekt nicht beachtet oder als unbedeutend abgetan.

Sie haben noch die Sonnenaktivität angesprochen.
Klar hat die einen bedeutenden Einfluss auf unser Klima.
Nur machen können wir daran überhaupt nichts.
Wir müssen schon schauen dass wir an den Rädchen drehen die wir haben.

Lösen werden wir das Problem aber ohnehin nicht. Ich glaube auch dass ein bedeutender Teil der Weltgemeinschaft auch kein allzu großes Interesse daran hat.
Es wird ja auch Gewinner der Erderwärmung geben.

Wenn man sich die geografische Lage von Russland anschauen sehen wir einen von ihnen.
Denen steht ein großes Zeitalter bevor.
Für Kanada gilt das gleiche.

Dazu brauchen die auch noch viele Menschen.

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02.03.20, 12:00:21

Robert

(Senior Member)

geändert von: Robert - 02.03.20, 12:51:23

Wir sind längst neben dem Thema... aber ich finde es höchst interessant.

Zitat von Theo Kern:
Ja, genau das meine und sage ich doch.
Die Diskussion kann m.E. nur darum gehen wie bedeutend dieser Einfluss ist.
Dem entgegengewirkt kann nur mit einer Verbesserung des Wirkungsgrads und mit Einschränkung der erzeugten Wärme.


Der Wirkungsgrad spielt bezüglich dem Wärmehaushalt unserer Umgebung bei der Photovoltaik, der Windenergie, der Energie aus Wasserkraft und der Holzverbrennung eine untergeordnete Rolle ... wenn man von dem Investitionsvolumen und den Kosten des Energiewandlers absieht. Das geschieht alles sehr Zeit nah. Wenn wir als Zeit nah die Wachstumsphase eines Baumes betrachten.
Bei Erdöl und Kohle wird latente Energie freigesetzt, welche vor Millionen von Jahren entstanden ist.
Und dieses Erdöl verbrennen wir in unseren Autos mit dem Wissen, dass wir mit einem E-Auto mit derselben Anzahl kWh 4 bis 6 mal (das glaube ich nicht, weil es mein Erfahrungswert ist) weiterfahren könnten. Allerdings ist dies nur sinnvoll, wenn die Energie aus einer erneuerbaren Quelle kommt. Bitte nicht Atomenergie als erneuerbar deklarieren: ist wegen dem Müll noch viel schlimmer als Erdöl.

Zitat von Theo Kern:

Dazu brauchen die auch noch viele Menschen.


...aber bitte keine zusätzlichen!
02.03.20, 12:48:14

Theo Kern

(Administrator)

gerade die Zusätzlichen wollte ich doch nach Russland umleiten.....

Je besser der Wirkungsgrad ist desto weniger Grundenergie wird benötigt.
Wenn wir erneuerbare Energien in der Nutzung bevorzugt behandeln dann sinkt durch besseren Wirkungsgrad der Einsatz fossiler Energien.
So war das gemeint.

Noch ein Wort zur Atomenergie.
Die Abfallproblematik ist sicher immens, eine wirkliche Lösung noch immer nicht in Sicht.

Aber es war keine kluge Entscheidung bestens funktionierende Kernkraftwerke abzuschalten und dann noch aus der Kohle auszusteigen.
Hinter der Entscheidung keine Neuen (weder Kernkraft noch Kohle) zu bauen kann ich allerdings voll stehen.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
02.03.20, 15:03:59

Robert

(Senior Member)

Zitat von Theo Kern:

Aber es war keine kluge Entscheidung bestens funktionierende Kernkraftwerke abzuschalten und dann noch aus der Kohle auszusteigen.

Wenn dahinter die Idee steckt, durch einen dadurch entstehenden Energiemangel die Gesellschaft (uns) zu überzeugen in die dezentrale Produktion zu investieren stimmt's meine ich. In D seit Ihr ja in dieser Beziehung viel weiter als wir.
Jetzt sind wir aber definitiv in der Politik und das sollten wir hier gut sein lassen. Danke für Ihre Gedanken!
02.03.20, 16:01:56

Hagen

(Member)

Hallo in die Runde,
meine Erfahrungen zum Heizen mit Fichten bzw. mit Weichholz
Sind eher negativ.
Es wird für die selbe Energiemenge mehr Lagerplatz benötigt, mehr Arbeit beim Spalten und Sägen benötigt, ständig Harz an den Händen weil man ja das Holz mehrfach in der Hand hat, verursacht mehr Schmutz im Brennraum und mehr Platz im Brennraum.
Ich habe jetzt noch ca. 2 Ster Fictenholz zu verbrennen, danach werde ich mir wieder nur noch Hartholz zum verbrennen kaufen.
Für mich liegen die Vorteile klar auf Hand, auch wenn Hartholz teurer ist.
Weichholz kommt für mich nur noch zum anfeuern in den Ofen.
Mit freundlichen Grüßen Andreas
05.03.20, 21:47:20
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